Die Schwierigkeit NEIN zu sagen

Hast du dir jemals gewünscht, eine Fee würde bei dir vorbeikommen und dir einen Wunsch erfüllen, damit du dir deinen Stress im Alltag einfach wegwünschen kannst?


Und was, wenn ich dir sage, daß du dazu keine Fee und keinen Wunsch brauchst, sondern nur lernen musst, das Zauberwort „NEIN“ zu sagen?

Nein zu sagen

Warum du unbedingt lernen musst NEIN zu sagen

Wird deine To-Do-Liste teilweise immer länger , egal wie viel Mühe du dir machst, alle deine Aufgaben darauf abzuarbeiten?

Ist dir aufgefallen, ja?

Dann beantworte mir bitte folgende Frage: Was machst du nun, wenn dich jemand um einen Gefallen bittet? Also wenn dich jemand bittet Zeit für etwas zu opfern, obwohl du genau weißt, daß Zeit eigentlich gerade das Letzte ist, was dir zur Verfügung steht?

Sagst du JA oder sagst du NEIN?

Und was ist, wenn dich plötzlich noch jemand um einen Gefallen bittet?

Ehe du dich versiehst, fügst du deiner To-Do-Liste etliche Stunden „Fremdarbeit“, also Stress hinzu. Und bevor du mir hier jetzt widersprichst. Solange dieser Gefallen nicht auch dazu dient, deine eigenen Ziele zu erreichen, stiehlt er dir lediglich Zeit. Und weniger Zeit zur Verfügung bedeutet für dich Stress, denn diese fehlt dir ja bei der Erledigung deiner eigenen Aufgaben.

Du hilfst also deiner Familie, der Schule, den Kollegen, deinem Job, etc. . Aber hilfst du damit auch dir selbst?

Die Wahrheit ist doch, daß du dich nicht auf deine eigenen Ziele und Bedürfnisse - also auf alles was DIR wichtig wäre - fokussieren kannst, wenn du zu allem JA sagst.

Warum ist es für viele Menschen so schwer NEIN zu sagen

Viele wollen das Gefühl haben gebraucht zu werden.

Es ist nicht abzustreiten, daß es ein schönes Gefühl sein kann, Lob von anderen zu bekommen. Vor allem, wenn man z.B. zu hören bekommt, daß es schön wäre, „wenn es mehr Menschen wie DICH gäbe“.

Man fühlt sich, als ob man etwas Außergewöhnliches geleistet hätte. Vergisst dabei aber auch, daß man sich von Lob nichts kaufen kann. Klar kann und soll man freundlich sein und klar kann man auch einmal uneigennützig behilflich sein. Aber denke an deine Grenzen!

Mögliche negative Konsequenzen.

Was, wenn sich mein NEIN später irgendwann einmal rächt? Vielleicht verliere ich ja meinen Job, wenn ich das Gefühl vermittle, nicht immer für die Firma da zu sein. Vielleicht behandeln die anderen im Kindergarten meine Kinder anders, wenn ich keinen Kuchen für das Fest backe. Der Gedanke sich durch ein Nein etwas im Leben zu verbauen, ist für viele Menschen ein enormer Hinderungsgrund.

Negative Konsequenzen können aber auch entstehen, ohne daß andere Menschen daran beteiligt sind. Was, wenn ich bestimmte Aufgaben nicht erledige? Was, wenn ich mich auf die falschen Aufgaben konzentriert habe? Wird mein Projekt dann scheitern? Auch hier ist der bloße Gedanke daran ein Hinderungsgrund. Der Gedanke daran, sich falsch zu entscheiden und die Prioritäten falsch eingeschätzt zu haben.

Die Angst vor Konflikten.

Vor allem harmoniebedürftigen Menschen fällt es sehr schwer, mit einem NEIN einen möglichen Konflikt heraufzubeschwören, welcher die Harmonie gefährdet, nach der man so sehr strebt. Generell gefällt der Gedanke an eine unbequeme Konfrontation kaum jemanden. Vor allem dann nicht, wenn die Konfrontation mit Menschen stattfindet, die Ihnen lieb und wichtig sind.

Durch den Konflikt hat man Angst davor, andere zu enttäuschen und von diesen (langfristig) abgelehnt zu werden.

Die Angst davor andere Menschen zu verletzen

Auch wenn das im echten Leben gar nicht mal so oft vorkommt, haben wir immer irgendwie im Hinterkopf, daß andere Menschen ein „Nein“ schnell als Zeichen der Ablehnung verstehen. Das schlechte Gewissen lässt uns deshalb auch schnell Gründe erfinden JA sagen zu können, nur weil wir Angst davor haben, wirklich jemanden vor den Kopf zu stoßen. Ich sage nur: „Ich kann nicht NEIN sagen, weil….“ oder „Ich kann das Ihm/Ihr doch nicht antun, ich muss doch helfen“

Die Folgen, die sich allzu oft daraus ergeben:

  • Man sagt JA, ärgert sich dann aber über sich selbst
  • Anstatt zu sagen, was man wirklich denkt, ist man wieder feige und macht sich deshalb Vorwürfe 
  • Man fühlt sich ausgenutzt
  • Oft ärgert man sich auch über die andere Person, warum diese die eigene Gutmütigkeit (immer) ausnutzt

Der Nutzen davon NEIN zu sagen

Wenn du lernst bewusst JA und NEIN zu sagen, dann kannst du ein Leben leben, das auf deinen Zielen/ Prioritäten aufbaut. Du kannst dir selbst treu bleiben und deine Ziele verfolgen, indem du mit einem NEIN Ablenkungen reduzierst, die dir ansonsten Zeit für deine wichtigen Dinge rauben würden.

Dafür gibt es auch einen einfachen Spruch: Dein „NEIN“ schützt dein „JA“.


Indem du NEIN zu den weniger wichtigen Dingen sagst, schaffst du Raum für das, was für dich wirklich wichtig ist.

Außerdem hat ein NEIN oft folgende Vorteile (die Punkte 2-4 beziehen sich nicht nur auf den Umgang mit anderen Menschen, sondern auch darauf, wie du mit deinen eigenen Aufgaben umgehst) :

Du setzt Grenzen

Wenn sich dein Umfeld erst einmal daran gewöhnt hat, daß du dein Handy zu bestimmten Uhrzeiten nicht benutzt - du also ein klares NEIN zur Erreichbarkeit abgegeben hast und man dich in dieser Zeit auch nicht erreichen kann - dann wirst du merken, daß man dich in dieser Zeit auch erst gar nicht mehr versuchen wird zu erreichen. Warum? Du hast eine Grenze gesetzt, mit der du klargemacht hast, daß es auch nichts bringt, diese überschreiten zu wollen.

Das bringt uns auch schon zum nächsten Punkt….

Du schützt deine Zeit

In dem du mit einem NEIN ein deutliches JA zu deinen eigenen Prioritäten und Bedürfnissen abgibst, sicherst du dir die Kontrolle darüber, wie du deine begrenzte tägliche Zeit verwendest. Du lässt dir damit nicht von anderen vorschreiben, wie du deine Zeit nach deren Ermessen verwenden solltest. Sondern DU allein bestimmst darüber.

Das wiederum führt zu…..

Du baust Stress ab

Zumindest den Stress, der von außen an dich herangetragen wird. Es wäre jetzt vermessen zu behaupten, daß du den ganzen Stress abbauen kannst. Und sicherlich wirst du auch nicht ganz ausschließen können, doch mal JA zu sagen, obwohl du eigentlich NEIN gemeint hast.

ABER: Je mehr du die Kontrolle darüber übernimmst, was auf der Prioritätenliste ganz oben steht, was die wirklich wichtigen Dinge sind und für was du deine Zeit verwenden willst, desto mehr gibt dir das ein Gefühl von Sicherheit und davon, daß du alles in der Hand hast. Und das ist wohl das beste Mittel gegen Stress überhaupt.

Und das führt uns zum letzten Punkt…..

Volle Power auf die richtigen Aufgaben

Deine Energie wird nicht von Projekten/ Aufgaben/ etc. verbraucht, die für dich ohnehin keine Rolle spielen oder für die du dich ohnehin nicht interessierst.


Anstatt abends ausgebrannt auf die Couch zu fallen, kannst du jetzt deine Energie auf die wichtigen Dinge fokussieren, auch auf DICH!

Tipps zum NEIN sagen

Gib einfache, klare Antworten

Wenn du zu etwas NEIN sagen willst, gib eine entschiedene und direkte Antwort.


Benutze Antworten wie: „Jetzt ist kein guter Zeitpunkt“, „Ich habe keine Zeit, da ich mich dafür entschieden habe, mich XXX zu widmen“, etc .


Sage es einfach so, daß man genau merkt, daß du es so meinst und dich nicht Über-entschuldigen möchtest. Denk daran, du musst nicht nach Erlaubnis fragen „NEIN“ zu sagen.

Erkaufe dir Zeit

Ein einfaches „Ich komme darauf zurück“ oder „Lass mich darüber nachdenken“ zeigt deinem Gegenüber, daß nicht sofort eine Antwort darauf zu erwarten ist.


Dir wiederum gibt es die notwendige Zeit, eine überlegte Entscheidung zu treffen, die du auch entschlossen vertreten kannst.

Trenne Absage und Ablehnung

Wenn du NEIN sagst, erteilst du einer Anfrage eine Absage. Das bedeutet aber nicht, daß du gleich die ganze Person dahinter ablehnst.


Dein Gegenüber wird sehr wohl verstehen, daß es ebenso dein Recht ist, die Anfrage abzulehnen, wie es ihr Recht war, die Anfrage überhaupt erst zu stellen.

Sage NEIN zu deiner To-Do-Liste

In diesem Fall sagst du nicht NEIN zu einer anderen Person, sondern NEIN zu dir selbst.


Du sagst JA zu bestimmten Aufgaben, die dir besonders wichtig erscheinen und dich näher an deine Ziele bringen. Dafür sagst du ein entscheidendes NEIN zu anderen Aufgaben, die dich nicht wirklich weiterbringen.

Fazit:

Sei einfach ehrlich zu dir selbst.


Natürlich darfst/ sollst du nicht diejenige Person werden, die nichts und niemanden mehr zur Seite steht und kategorisch alles ablehnt.


Aber behalte einfach deine Ziele stets im Auge.


Wenn du bereits im Vorfeld weißt, daß dir eine Aktion nichts bringt oder dir ein schlechtes Gefühl bereitet, dann denke daran, daß ein NEIN hier wahrscheinlich die bessere Option wäre.

Wie du herausfinden kannst

 

  • "welche Dinge dir wirklich wichtig sind"
  • wie du deine Aufgaben einteilst, zu denen du ein klares JA abgegeben hast
  • und welche Tools du verwenden kannst, um aktiv deinen Alltag zu bestimmen erfährst du in unserem...

Online-Workshop

>