Mutter Kind Kur: Das Wunsch- und Wahlrecht

Ein Aufenthalt in der für Sie passenden Kureinrichtung ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Kurmaßnahme.

Was aber, wenn ihr Kostenträger andere Pläne hat und sich gegen Ihre Wunscheinrichtung entscheidet?

Der folgende Artikel erklärt Ihnen das Wunsch- und Wahlrecht für Ihre Kurmaßnahme und wie wir Ihnen dabei helfen können, dieses durchzusetzen.

Wunsch und Wahlrecht Mutter Kind Kur

Das Wunsch- und Wahlrecht der gesetzlich Versicherten wurde 2015 durch das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz im § 9 Abs. 1 SGB IX ausdrücklich auf Mütter- und Mutter-/ Vater-Kind-Kurmaßnahmen ausgeweitet.

Die Krankenkassen sind nun dazu verpflichtet, den berechtigten Wünschen der Versicherten auch nachzukommen bzw. zu entsprechen.

Ein großartiger Schritt, da es das Recht der Mütter & Väter bei der Auswahl ihrer Wunscheinrichtung erheblich stärkt.

Und mal ehrlich, die Wahl der für den/ die AntragstellerIn optimalen Einrichtung ist nicht nur eine überaus wichtige, sondern eigentlich auch logische Voraussetzung für den gesundheitlichen und nachhaltigen Erfolg während und nach der angedachten Kur.

„Berechtigte Wünsche“ für die Mutter Kind Kur

Neben der medizinischen Notwendigkeit und Indikation kommen nun seitens der Antragsteller endlich auch viele persönliche Wünsche – oder wie es das Gesetz ausdrückt „berechtigte Wünsche“ – zum Tragen.

Diese können u.a. sein:

  • bestimmte Therapieformen,
  • Schwerpunktkuren z.B. bei Trauer,
  • Größe und Entfernung der Klinik,
  • der Wunsch nach einer z.B. christlichen Einrichtung,
  • besondere Angebote der Kinderbetreuung
  • etc.

Ohne Zweifel tragen diese Faktoren zum letztendlichen Kurerfolg bei.

Wunsch-und Wahlrecht Mutter Kind Kur: die Krux mit der Kurbewilligung

Die Krankenkassen bestimmen über die Bewilligung des Kurantrags und über den Ort und Zeitpunkt einer Kurmaßnahme.

Betrachtet man den Kostenfaktor, so muss man sich klar darüber sein, daß die Krankenkassen natürlich gerne und zum Teil auch ausschließlich in Einrichtungen vermitteln, welche ihnen von der Höhe des Tagessatzes her entgegenkommen.

Manchmal bekommen die Antragsteller von Ihrer Krankenkasse sogar nur eine kleine Auswahl an vorselektierten Einrichtungen „vorgeschlagen“, mit dem Hinweis, daß die Mehrkosten bei einem Kuraufenthalt in der vom Kurbedürftigen gewünschten Klinik  selber übernommen werden müssen.

Hinweis:

Folgende Voraussetzungen müssen gegeben sein:

  • die von der Krankenkasse bewilligte Kurmaßnahme muss „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich“ sein
    der Gesundheitserfolg muss im Vordergrund stehen
  • Wird der Preis also über die medizinische Notwendigkeit gestellt und der Gesundheitserfolg aufs Spiel gesetzt, ist das gesetzeswidrig.
  • Krankenkassen müssen Ihren Wunsch bei der Auswahl der Einrichtung berücksichtigen oder gegebenenfalls eine Ablehnung begründen. Eine Ablehnung allein aus wirtschaftlichen Gründen ist eben nicht ausreichend.

Das Wunsch und Wahlrecht wahrnehmen: Welche Klinik ist die richtige für mich?

So pauschal kann man diese Frage nicht beantworten. In Deutschland gibt es über 100 Mutter-Kind /Vater-Kind-Kurkliniken mit unterschiedliche Ausrichtungen und Schwerpunkten.

Auf was es ankommt:

  • Ihre Erwartungen – Was wollen Sie auf Kur erreichen?
  • Die Art Ihrer Indikationen – Was sind Ihre Beschwerden?
  • Was sind Ihre Ziele? Was sehen Sie als Kurerfolg?
  • Welche Bedürfnisse haben Sie?

Je klarer Sie sich ein Bild von Ihrer Lebenssituation machen können, desto einfacher wird es mit der Auswahl der passenden Mutter Kind Einrichtung.

Falls Sie Schwierigkeiten dabei haben sich selbst einzuschätzen, dann stehen wir Ihnen sehr gerne zur Seite.

Das Wunsch und Wahlrecht wahrnehmen: Gibt es besondere Argumente?

Gemeinsam werden wir gemäß Ihren individuellen Gegebenheiten eine passende Argumentation erarbeiten.

Ein Argument, das stets anzuführen ist und natürlich auch zutreffen muss, ist die medizinische Eignung der Klinik zur Behandlung Ihrer Erkrankung. 

Weitere Gründe könnten unter anderem sein:

  • ein für Sie besonders wertvolles Therapieangebot
  • für Ihr Krankheitsbild positiv wirkende klimatische Bedingungen
  • Möglichkeit einer Begleitperson
  • bereits früherer Aufenthalt in der Einrichtung
  • Aussicht auf großen Therapieerfolg in der Einrichtung
  • die Entfernung von Heimatort und Einrichtung ist von großer Bedeutung
  • Möglichkeit eines kurzfristigen Kuraufenthaltes 
  • etc.

Was Sie im Hinterkopf behalten müssen:

  • Antragsteller müssen einer von der Krankenkasse ausgewählten Klinik nicht zustimmen
  • Wenn die Wunscheinrichtung einen Versorgungsvertrag mit den gesetzlichen Krankenkassen nachweisen kann, muss die Krankenkasse dieser Wahl zustimmen. 
  • Eine Ablehnung muss grundsätzlich schriftlich begründet sein. 
  • Eine Ablehnung der Wunschklinik ist nur berechtigt, wenn in der Wunschklinik die Vorsorge- bzw. Rehabilitationsziele nicht erreicht werden können.
  • Eine Ablehnung aus wirtschaftlichen Gründen ist gesetzeswidrig. 
  • Vom Antragsteller den Differenzbetrag zwischen den unterschiedlichen Tages-/ Pflegesätzen zu verlangen ist ebenfalls gesetzeswidrig.

Die Kurberatung Zwiesel setzt sich für Ihre Wunschklinik ein:

Damit Sie ihr Wunsch- und Wahlrecht den Krankenkassen gegenüber auch wahrnehmen, reichen wir ihren Klinikwunsch bereits mit dem Antrag ein.

Sprechen Sie mit uns einfach über diese Thematik, wir beraten Sie gerne weiter!

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