Die Mutter Kind Kur mit einem Kleinkind

Eine Mutter Kind Kur mit einem Kleinkind (oder sogar mehreren) anzutreten ist aus unserer Sicht keinesfalls eine Seltenheit. Bei vielen unserer Kunden liegt genau in diesem Punkt die Problemzone. 

Dementsprechend entscheiden sie sich gerade deswegen bewusst für eine Vorsorgemaßnahme mit Ihrem Kleinkind. Um kompetenten Rat zu finden, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und durch den Tapetenwechsel jene Hilfe zu finden, die sie in den eigenen 4 Wänden so vergeblich suchen.

More...

Selbstverständlich müssen sie als KurantragstellerIn sich bei einer Kur mit einem Kleinkind bereits im Vorfeld darüber im Klaren sein, daß es mit derart jungem Nachwuchs eine spezielle Herausforderung wird, als Elternteil entsprechende Erholung und Verschnaufpausen auf Kur zu finden.

Sofern Sie sich jedoch bereits vor der Antragstellung selbst folgende Fragen stellen, können Sie sich relativ gut auf alle Eventualitäten vorbereiten.

Frage 1: Was brauche ICH, um MEINE Kur zum Erfolg zu führen und den größtmöglichen Nutzen aus dem Kuraufenthalt zu ziehen?

Zu diesem Thema möchten wir Ihnen folgende Artikel ans Herz legen, welche Ihnen mit Sicherheit Denkanstöße geben können.


1) Mein Kurerfolg - Was ich mir von der Mutter-/ Vater-Kind-Kur erhoffe

2) 5 Gedanken, die Ihre Kur verbessern können 

Frage 2: Was wünsche ich mir von meinem Kind, damit FRAGE 1 nicht in Gefahr ist?

Wir vermeiden hier bewusst zu sagen “Was erwarte ich von meinem Kind….”, denn was will man von einem Kleinkind schon erwarten. Sie können es nicht alleine zum spielen rausschicken, Sie können ihm nicht seine “Pflichten” erklären, Sie können sich keine große Ruhepausen vom Kind erhoffen und Sie können erst recht nicht vom Kleinkind erwarten, daß es Sie versteht, wenn Sie mal einen wirklich beschissenen Tag haben.  


Macht das das gesamte Unterfangen “Ich gehe mit Kleinkind auf Kur” nicht schon von vornherein zum Reinfall? Von unserer Seite her ein ganz klares NEIN


Sehen Sie es mal so: Sie treten Ihre Kur wahrscheinlich an, weil Sie zu Hause in einer psychischen oder medizinischen Sackgasse stecken und sich neue Impulse von der Vorsorgemaßnahme erhoffen. Jeder einzelne Tag, den Sie auf Kur verbringen, ist ein Tag, an dem Sie mehr Chancen auf eine positive Veränderung in Ihrem Leben haben, als zu Hause in den eigenen 4 Wänden.


Es liegt zum großen Teil an Ihrer inneren Einstellung, wie viel Sie von der Kur mitnehmen können. Denken Sie an das “Glas halb voll - oder Glas halb leer”-Prinzip. Lassen Sie sich durch Ihr Kleinkind und die damit verbundenen, möglicherweise unangenehmen Begleiterscheinungen ablenken? Oder nehmen Sie das billigend in Kauf, in dem Wissen, daß Sie trotzdem viel Positives aus der Kur mitnehmen können?


Je mehr Sie sich darauf vorbereiten und akzeptieren, was bei einem Kleinkind mit auf Kur alles passieren kann, desto weniger können Sie aus dem Konzept gebracht werden, wenn es denn tatsächlich eintreten sollte.

Über was Sie sich im Vorfeld Gedanken machen sollten

1) Auswahl der Kureinrichtung

Kurantrag und Kurbewilligung

In vielen Kureinrichtungen dürfen Kinder erst ab 3 Jahren anreisen. Das ist eigentlich gar nicht ungewöhnlich, wenn man bedenkt, daß Kureinrichtungen sehr viel Wert auf zufriedene Patienten legen. Kleinkinder sind oft genug der nicht planbare Risikofaktor, welcher dem positiven Kurerfolg im Weg stehen kann.


Nicht nur werden Kleinkinder öfter krank, es besteht u.a. auch die Möglichkeit, daß der Nachwuchs einfach keine Lust hat seine Zeit in der Betreuung zu verbringen. Daß dies nicht unbedingt förderlich ist, wenn man selbst einen vollen Terminplan hat, lässt sich nicht abstreiten, nicht wahr?

Kureinrichtungen, welche Kinder ab 0 Jahren aufnehmen, haben sich aber aus diesem Grund meist sehr genau auf diese Fälle vorbereitet.

 

Nicht nur bieten diese fast immer längere Betreuungszeiten - auch außerhalb der eigenen Therapiezeiten -  für eine flexiblere Terminplanung an, sondern oft auch eine Betreuungsmöglichkeit im Krankheitsfall (oft durch Kinderkrankenschwestern).

Letzteres bedeutet, daß Sie Ihre Termine wahrnehmen können, während Sie Ihr Kind bestens versorgt wissen.


Vergewissern sie sich bitte jedoch bereits im Vorfeld, ob dieses Angebot auch für Begleitkinder gilt oder nur für das Patientenkind. Ansonsten kann es im Krankheitsfall nicht nur in Sachen Betreuung, sondern auch bei der medizinischen Versorgung ganz schön stressig werden.


Schwimmmöglichkeiten und (Klein-)Kinderspielplätze bieten zudem fast alle Kliniken an. Hier obliegt es Ihren eigenen Vorstellungen, was Ihre Wunschklinik für Angebote für Sie und Ihr Kind bereithalten sollte.

 

Falls Sie noch nicht davon gehört haben, es gibt auch die Möglichkeit eine Begleitperson als Unterstützung mit auf Kur zu bringen. Für den Fall, daß sie mit mehreren Kindern anreisen, sollten Sie unseren Artikel über die (kostenlose) Begleitperson nachlesen. 

2) Ist mein Kind bereit für die Gruppe?

Baby allein

Eines vorweg: Einzelbetreuung auf Kur gibt es natürlich im Regelfall nicht. Viele “Zwerge” sind es jedoch gewohnt, daß die Mama oder der Papa ständig anwesend sind und auf die Sekunde Gewehr bei Fuß stehen. Entsprechend wird dann so lange Terror gemacht, bis entweder ein(e) Erzieher(in) dem Kind die volle Aufmerksamkeit schenkt oder Mama/ Papa in die Gruppe beordert werden.


Die Erzieherinnen auf Kur sind mit Sicherheit einiges gewohnt und können meist sehr gut mit kritischen Situationen umgehen. Keinesfalls aber können sie eine Einzelbetreuung stellen. D.h. sollte Ihr Kind sich z.B. gerade in der Gruppe vernachlässigt fühlen und sich so richtig schön in Fahrt schreien und sich auch nicht mehr beruhigen lassen, dann müssen Sie jederzeit damit rechnen, daß Sie Ihre Therapie unterbrechen/ abblasen und sich um Ihr Kind kümmern müssen.

Wie die Antragstellung bei uns abläuft...

In 4 einfachen Schritten erklärt

3) Können Sie loslassen?

Umgekehrt muss man den oberen Fall auch aus Sicht des Elternteils betrachten: Können Sie den Gedanken ertragen, daß sich Ihr Kind in der Gruppe eventuell gerade nicht wohlfühlt und lauthals (über einen längeren Zeitraum) schreit?


Sollten Sie damit Probleme haben, können Sie sich mit Sicherheit auch in den therapeutischen Anwendungen nicht derart “fallen” lassen, wie es für Ihren Therapieerfolg eigentlich notwendig wäre.

Es ist grundsätzlich ok, wenn Sie sich um das Wohl Ihres Kindes sorgen, solange Sie dabei Ihren Fokus auf Ihre Kur nicht verlieren. Wenn Sie sich jedoch nur noch auf Ihr Kind konzentrieren können und sich selbst von den Umständen in der Einrichtung eventuell sogar noch verunsichern lassen, dann ist Ihr Kurerfolg ernsthaft in Gefahr.


Was Sie dagegen tun können:


Falls Ihr Kind zu Hause ohnehin schon in der Kita oder in anderweitiger Betreuung ist, sollten Sie bereits Erfahrung mit diesem Problem gesammelt und geeignete Strategien dazu entwickelt haben.

Sollten Ihre Strategien bisher nicht gefruchtet haben, können Sie auch auf Kur nicht erwarten, daß sich das Problem von alleine in Luft auflöst. In diesem Fall müssen Sie eine Portion Geduld mitbringen und sich darauf einstellen, nicht an allen Therapien teilnehmen zu können.  


Wenn Sie bisher noch keine Erfahrung damit gemacht haben und der Gedanke daran, Ihr Kind alleine zu lassen, Unbehagen bei Ihnen auslöst, dann versuchen Sie am Besten folgendes:

Geben Sie Ihr Kind wenn möglich bereits zu Hause vor der Kur für kurze, sich steigernde Zeiträume bei Familie, Freunden oder Bekannten ab. So können Sie sich in kontrolliertem Umfeld an das Gefühl des “ohne Kind seins” gewöhnen und verspüren anschließend auf Kur weit weniger Unbehagen. 

4) Kennt Ihr Kind bereits die Fremdbetreuung?

Fremdbetreuung

Auch aus Sicht des Kindes stellt die Fremdbetreuung oft ein großes Hindernis dar. Wenn es schon zu Hause keine andere Betreuungsperson kennt als Mama und Papa, dann wird es auch auf Kur kaum eine andere Betreuungs-Person akzeptieren.

 

Dies wird dann nicht nur für das Kind selbst bzw. der Kindergruppe zum Problem, sondern lässt auch Sie selbst wiederum daran zweifeln, ob die Kur nun wirklich das richtige für Sie und Ihr Kind gewesen ist, wenn Ihr Kind die ganze Zeit nur rumheult.

 

Beziehen Sie auch hier wie beim vorherigen Fall bereits frühzeitig Familie, Freunde oder Bekannte mit in die Betreuung Ihres Kindes mit ein. Ihr Kind lernt dadurch, Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen und zugleich, daß es auch ganz ok ist, wenn Mama oder Papa einmal nicht (für kurze Zeit) anwesend ist.

Für die Punkte 2 - 4 gilt folgende Regel:

Fast alle Kinder weinen beim Abgeben in der Kindergruppe erst einmal. Das ist vollkommen normal und hört meistens ein paar Minuten nachdem Mama oder Papa die Gruppe verlassen haben wieder auf.


Sehen Sie also niemals grundlos nach Ihrem Kind, nur weil Sie sich vergewissern wollen, daß es ihm gut geht! Sofern Sie nicht von der Erzieherin angerufen wurden oder es Abholzeit ist, haben Sie bei Ihrem Kind NICHTS verloren.

 

Eltern glauben oft es wäre besser, sich ab und an beim Kind zu zeigen. Es ist verständlich und nachvollziehbar, wenn Sie glauben dadurch Ihr eigenes Gewissen beruhigen zu können. Jedoch macht genau dies die Situation für Ihr Kind noch schlimmer, da es Ihnen ständig beim Verlassen der Gruppe zusieht, während es selber alleine und ohne seine elterliche Bezugsperson zurückbleiben muss.

4) Ist mein Kind sehr Krankheitsanfällig?

Kur mit kranken Kindern

Je nach Größe der Kureinrichtung tummeln sich im Durchschnitt 90 Erwachsene und 180 Kinder in der Einrichtung. Hier kann sich jeder selbst ausrechnen, daß das Immunsystem manchmal vor keiner einfachen Aufgabe steht.


Die Tatsache, daß sich Kleinkinder oft vieles in den Mund stecken was nicht in den Mund gehört, macht es nicht gerade einfacher und kommt erschwerend hinzu.

Wenn ihr Kind bereits eine Kita besucht oder häufigen Kinderkontakt hat, sollte es auch auf Kur keine nennenswerten Probleme oder ein überdurchschnittlich höheres Ansteckungsrisiko gegenüber Ihrem Alltag geben.


Sollte ihr Kind jedoch bereits zu Hause in der familiären Umgebung ständig mit Krankheiten zu kämpfen haben, sollten sie unbedingt davon ausgehen, daß es auch in den ersten Kurtagen den erstbesten Virus aufschnappt und ausbrütet.


Für Sie bedeutet dies im schlimmsten Fall gestrichene Therapien, da Sie für die Zeit der Krankheitsdauer - sofern Sie keine Begleitperson vor Ort haben oder ein Besuch der Krankengruppe nicht möglich ist - gemeinsam mit ihrem Kind das Zimmer bzw. Bett hüten.

 

Ein Rat von unserer Seite:


Ein Krankheitsfall ist die am wenigsten planbare Situation. Jedoch kann man auch diese zum Positiven - zumindest soweit möglich - wenden, indem man die Zeit dazu nutzt, sich über seine Wünsche, Bedürfnisse, Ziele, Niederlagen und Erfolge Gedanken zu machen.

 

Falls Sie sich jetzt denken, daß Sie das zu Hause ohnehin täglich machen: auf Kur haben Sie nicht nur viel weniger Ablenkung als zu Hause, Sie haben auch sämtliche notwendigen Therapeuten vor Ort, mit denen Sie Ihre Erkenntnisse innerhalb kürzester Zeit teilen können.


Sehen Sie sich gerne auch unseren Artikel die “15 ultimativen Motivationstipps für Ihren Kuraufenthalt” an, falls Sie das Gefühl haben, Sie rutschen gerade in einen kleinen Durchhänger. 

Checkliste "(Klein-) Kind auf Kur"

Kostenloser DOWNLOAD

Kleinkind auf Kur Checkliste

Fazit:

Ein Kleinkind mit auf Kur zu nehmen kann mit Sicherheit ganz schön stressig werden. Ob es jedoch unbedingt stressiger wird, als mit älteren Kindern, hängt jeweils stark vom Einzelfall ab. 


Jedoch würde der Großteil unserer Kunden - vor allem jene Familien, die eine Begleitperson dabei hatten oder Geschwister, welche ebenfalls das Kinderland besucht haben - eine Kur mit Kleinkind jederzeit wieder in Angriff nehmen. 


Unsere Erfahrung der letzten Jahre:

 

  • Geben Sie sich und Ihrem Kind Zeit zur Eingewöhnung und halten Sie die Betreuungszeiten im Kinderland in den ersten Tagen so kurz wie möglich bzw. so lange wie nötig.
  • Ihr Kind wird seine Eigenheiten auch auf Kur beibehalten. Wenn Sie sich schon zu Hause von bestimmten Faktoren stressen lassen, dann erwarten Sie nicht, daß es auf Kur plötzlich anders wäre. Stellen Sie sich gezielt darauf ein und gehen Sie entsprechende Situationen möglichst gelassen an. Nerven zu vergeuden für Angelegenheiten, die bereits im Vorfeld zu erwarten sind, war noch niemals eine gute Option. 
  • Eine Krankheit des Kindes kann Ihren Therapieplan immer durchkreuzen. Ärgern Sie sich nicht darüber, sondern machen Sie das Beste daraus. Nutzen Sie die Ruhe Ihres Zimmers u.a. dafür, Ihre eigenen Ziele und Erwartungen zu überprüfen und über bereits erfolgte Therapieansätze nachzudenken.
  • Zu glauben, man wäre den ganzen Tag ohne Kind und könnte sich entspannen, ist mit Sicherheit eine Möglichkeit. In der Realität gibt man (vor allem Klein-)Kinder jedoch nur zu Therapiezeiten ab und verbringt ansonsten relativ viel Freizeit mit dem Kind. Aber hey, genau das ist es ja auch, warum man eine Mutter./ Vater-Kind-Kur macht und nicht eine reine Mutter-/ Vater-Kur.

Auch wenn es sich manchmal danach anfühlt: Keine Zeit auf Kur ist verlorene Zeit. Man muss nur wissen, wie man das beste daraus macht. Und das klappt auch mit einem Kleinkind mit auf Kur.

Buchempfehlungen:

Unsere Buchvorschläge sind Affiliate-Links, wovon wir eine minimale Provision bekommen. Dadurch können wir u.a. auch für Versicherte der BKKs weiterhin kostenfrei arbeiten. Ihnen entstehen dadurch keine extra Kosten.

PS:

Machen Sie unseren Schnelltest, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, wie Sie Ihr Kind einschätzen sollen 

>