Homeoffice mit Kind - nicht nur in Zeiten von Corona

Für manche eine Chance dies endlich einmal auszuprobieren, für andere ein Graus und eine schier unlösbare Aufgabe.

Für uns gehört das Homeoffice mit Kind seit Jahren zum Alltag, denn sowohl meine Frau als auch ich arbeiten zu 90% von zu Hause aus.

Natürlich gibt es da nicht nur Vorteile, vor allem die Produktivität kann schon mal darunter leiden. Außerdem braucht man Disziplin, um die Arbeitszeit zu strukturieren und nichts schleifen zu lassen.

Jedoch könnten wir beide es uns nicht mehr anders vorstellen und erläutern dir hier die 3 für uns wichtigen Hauptpfeiler, die für uns gutes Homeoffice mit Kindern ausmachen.

Homeoffice mit Kinder

1) Dein Arbeitsbereich

Es ist mehr als empfehlenswert, daß du einen eigenen Arbeitsbereich für dich wählst, in den du dich zum Arbeiten zurückziehen kannst.

Und bevor du jetzt die falsche Vorstellung im Kopf hast: dieser Arbeitsbereich kann ein extra Zimmer sein, kann genau so gut aber ebenfalls z.B. der Küchentisch oder die Couch sein.

Wichtig ist nur, daß in diesem Bereich deine benötigten Arbeitsmaterialien (Zettel, Stifte, Laptop, etc.) am Besten immer gleich griffbereit sind. So musst du erst gar nicht lange Zeit damit vergeuden, deinen Kram zusammenzusuchen.

Hast du das gewußt? Wenn du dich beim Ausführen einer Aufgabe von etwas ablenken lässt, dann brauchst du bis zu 13 Minuten, bis du dich wieder voll auf die ursprüngliche Aufgabe konzentrieren kannst.

Und wer will schon unnötig Nerven mit der Sucherei verschwenden, wenn man ohnehin mit Alarm von Seiten der Kids rechnen muss. 

Du kannst es z.B. ja Teil deiner Abendroutine werden lassen, dir eine Flasche Wasser zu befüllen und diese dann gleich auf deinen Schreibtisch zu stellen. Gleichzeitig legst du alles, was du morgen zum Arbeiten brauchst, geordnet auf deinen Schreibtisch.

Einen einfacheren Start in deinen Homeofficetag kannst du von deiner Arbeitsorganisation her morgen nicht haben. (Die Kiddies sind hier natürlich ausgeklammert)

MERKE: Sorge dafür, daß sich alles was du zum Arbeiten brauchst bereits in deinem Arbeitsbereich befindet, BEVOR du mit deiner Arbeit beginnst.

Lage deines Homeoffice Arbeitsbereichs

Bevor du dich für einen Arbeitsbereich entscheidest solltest du für dich selber kurz entscheiden, ob du die 

  • Kiddies vom Arbeitsbereich aus im Blick haben willst oder
  • du in einem abgetrennten Arbeitsbereich (z.B. Nebenzimmer) arbeiten möchtest oder vielmehr kannst.

Meine Frau und ich handhaben das sowohl als auch, wobei ich persönlich eher der Typ bin, der ins Nebenzimmer geht und auch die Türe zumacht.

Diese Variante setzt natürlich auch voraus, daß du entweder jemanden für die Kids in dieser Zeit hast oder du deine Kids auch so lange alleine lassen kannst, ohne daß draußen das Hölleninferno tobt, während du deine Zeit im Arbeitszimmer verbringst.

Letztendlich hängt es aber auch davon ab, ob du dir deine Zeit frei einteilen kannst oder ob du täglich eine bestimmte Arbeitszeit abzuleisten hast.

Mit freier Zeiteinteilung wähle ich bevorzugt Variante 2, also das Nebenzimmer. Definitiv ist es so, daß je mehr ich mich auf meine Arbeit fokussieren kann, desto produktiver bist ich und desto mehr schaffe ich in kurzer Zeit. Ergo habe ich auch wieder früher Zeit für die Kids.

Würde ich eine bestimmte vorgegebene Arbeitszeit haben, dann würde ich definitiv Variante 1 - also die Kids im Blick haben - wählen. Je nach Alter der Kinder ist es ja oft auch gar nicht anders möglich.


Aber auch wenn es irgendwie möglich wäre, ist es teilweise unfair, die Kinder so lange alleine zu lassen. Vor allem wenn sie bereits gelernt haben, sich ruhig in der Nähe des Arbeitsbereichs zu verhalten.

Tipps: 

  • erkläre deinem Kind frühzeitig, daß dein Arbeitsbereich wichtig für dich ist und daß es sich dort ruhig verhalten muss
  • teste aus, ob es eventuell Plätze in deiner Wohnung gibt, an denen es deinem Kind besonders leicht fällt, dich nicht zu stören (z.B. weil daneben ohnehin die Spielecke ist, in der es sich ruhig spielt)
  • egal ob Snacks, Spiele oder Sachen zum Rumkritzeln. Sorge dafür, daß du etwas griffbereit hast, das du ihm anbieten kannst, falls es gerade in einem unpassenden Moment (z.B. Kundengespräch) beginnt zu stören.
  • Mach ein Spiel daraus und baue deinem Kind einen eigenen Arbeitsplatz mit Schreib- und Bastelutensilien. So kann dein Kind kreativ „arbeiten“ und das Gleiche machen wie du

2) Zeiteinteilung im Homeoffice

Deinen Wochenplan und deine Aufgaben festlegen

Das A und O deiner Zeiteinteilung im Homeoffice ist die Planung deiner Termine und Aufgaben.

Als wenn das nicht ohnehin oft schon knifflig wäre, wird es durch die Kinder nicht gerade einfacher.

Während man sich im Büro noch Gesprächstermine, ungestörte produktive Zeit oder Meetings planen kann und weiß, daß diese Termine definitiv eintreten werden, kann man zu Hause zwar versuchen einen Plan aufzustellen, muss aber dann oft damit leben, daß dieser innerhalb einer Sekunde durch die Kinder wieder zunichte gemacht wird.

Wie wir in auch in unserem Online Workshop beschreiben, kommt es für uns hier hauptsächlich auf 2 Punkte an, damit das innerhalb der Familie funktioniert:

1) Time-Blocking

Time-blocking bedeutet nichts anders, als sich bestimmte Zeiträume des Tages, der Woche, des Monats oder des Jahres für bestimmte Aufgaben zu blocken bzw. freizuhalten.

Für dich bedeutet das nichts anderes, als daß du mehr oder weniger einen Vertrag mit dir selbst eingehst, daß du etwas Bestimmtes zu einer bestimmten Zeit machen wirst.

Time-blocking kannst du für konkrete Aufgaben machen, z.B. daß du Freitag von 10 Uhr - 11 Uhr Buchhaltung machst. Du blockst dir also 1 Stunde am Freitag in deinem Kalender dafür, daß du die Aufgabe „Buchhaltung“ erledigst und nichts anderes sonst.

Du kannst aber nicht nur eine bestimmte Aufgabe blocken, sondern z.B. auch ein Thema. Freitag 10 Uhr - 11 Uhr ist „nur für mich“-Zeit. D.h. du blockst diesen Zeitraum deines Kalenders nur für dich, egal ob du dann letztendlich Tennis spielen gehst, mit dem Hund Gassi gehst oder eben die Buchhaltung machst. Was genau du in deiner "nur für mich" Zeit machst, hängt viel von deiner Aufgabenplanung nach Punkt 2 ab. 

Ist Time-Blocking mit Kind nicht schwer umzusetzen?

Das kommt stark darauf an, ob Homeoffice für dich primär "freie Zeiteinteilung" bedeutet oder du im Homeoffice die gleichen Arbeitszeiten hast wie im Büro.

Wenn du dir deine Arbeitszeit so wie wir flexibel einteilen kannst, dann ist Time-Blocking eine super Möglichkeit und vollkommen unproblematisch. Da du ja ohnehin eine Wochenplanung machst, kannst du dir deine Blöcke flexibel für die kommende Woche verteilen und stets berücksichtigen, wann dir z.B. jemand mit den Kids helfen kann.


Oder falls dir niemand helfen kann, schiebst du einen wichtigen Block z.B.  an einen Zeitpunkt, zu dem im TV eine Kindersendung läufst, die dein Kind für eine Stunde fesselt.

Wenn du starre Arbeitszeiten hast, dann sind deine Time-Blocks durch die Anfangs- und Endzeit ja schon vergeben. Hier kannst du aber trotzdem darauf achten, dir innerhalb deiner Arbeitszeit die Blöcke so flexibel wie möglich zu verteilen.


  • Mach zum Zeitpunkt der Kindersendung oder des Mittagsschlafs deine wichtigsten Aufgaben.
  • Lege dir in bestimmte Zeiten des Tages KEINE Blöcke, wenn du weißt, daß dein Kind da meist ohnehin auf Hochtouren dreht. Versuche erst gar nicht, wichtige Dinge in Angriff zu nehmen. In dieser Zeit kannst du viel besser Sachen abarbeiten, die die nicht deine vollständige Aufmerksamkeit brauchen, aber trotzdem erledigt werden müssen.

Da du deinen Tagesablauf ab besten einschätzen kannst, wirst du mit Sicherheit relativ schnell Zeitpunkte finden, zu denen du deine wichtigen Blöcken platzieren kannst.


Wichtig sind für dich noch 2 Sachen:

  • Ein Time-Block sollte nicht ignoriert werden. Sofern du nicht wegen eines Kindernotfalls den Block komplett sausen lassen musst, arbeitest du auch genau die Aufgaben oder das Thema ab, die/ das du dir von Anfang an vorgenommen hast.
    Wenn du plötzlich anfängst etwas anderes zu machen, weil es dir im Moment wichtiger erscheint, dann torpedierst du dein eigenes System und wirst dich in Zukunft immer weniger an deine Blöcke halten (Ausnahmen natürlich möglich).
  • Je mehr Blöcke du bildest, umso schwieriger wird es, familiäre Unvorhersehbarkeiten abzufedern. Fange mit wenigen Blöcken an und steigere dich langsam. Vielleicht ist es für dich auch das Beste, nur 1-2 Blöcke zu haben und den Rest flexibel (Punkt 2) zu planen.
Timeblocking mehr

2) Flexible Aufgabenplanung

Deine Aufgaben flexibel zu planen bedeutet für dich, daß du keine starre To-Do Liste hast. Eher ist es eine Art der Aufgabensortierung, die dich flexibel auf die täglichen Unabwägbarkeiten reagieren lässt.

Warum eine To-Do Liste übrigens nicht funktioniert erfährst du hier.

Unsere Aufgaben planen wir grundsätzlich mit Trello. Das ist eine App, bei der man Aufgabenkarten hin- und herschieben kann, wie Post-Its auf einer Pinnwand.

Wir haben unser Board (also unsere Pinnwand) in mehrere Spalten unterteilt. Z.B. gibt es eine Spalte für alle neuen Aufgaben, eine Spalte für alle Aufgaben, die wir diese Woche erledigen wollen, eine Spalte für unsere Tagesaufgaben und noch ein paar mehr.

Der Vorteil gegenüber einer To-Do Liste ist hier, daß wir nicht darin rumkritzeln müssen und so auch nie den Überblick verlieren.

Außerdem können wir neu hinzukommende Aufgaben schnell integrieren, ohne daß wir mit den Aufgaben durcheinanderkommen, die wir uns eigentlich für heute oder kommende Woche vorgenommen haben.

Trello

Wenn wir Punkt 1. mit Punkt 2 verbinden, haben wir zum einen fest verplante Time-Blocks (von denen du weißt daß sie stattfinden werden bzw. können) und eine flexible Aufgabenplanung für die restliche Zeit, die weder von dir oder deinen Kindern ins Wanken gebracht werden kann.

Da weder du noch deine Kinder jeden Tag die gleiche Leistung an den Tag legen können, musst du dir so auch keine Vorwürfe machen, wenn du z.B. nicht so viel geschafft hast, wie du eigentlich wolltest.


Da du stets den Überblick über deine Aufgaben und Termine behältst, machst du halt dann morgen oder die Tage ein wenig mehr, anstatt heute noch zu versuchen, auf Gedeih und Verderben alles hinzubekommen.

Willst du wissen Wie wir mit unseren Aufgaben und Terminen umgehen?

Wirf einen Blick auf unseren Online-Workshop

3) Der Tag im Homeoffice mit Kind

Wenn du also deinen Arbeitsbereich ausgesucht und deine Vorplanung abgeschlossen hast, dann geht es nun darum, wie du das Ganze Tag für Tag umsetzt und die Zeit im Homeoffice möglichst sinnvoll nutzt.

Pomodoro-Technik

Vor allem beim Homeoffice mit Kindern eignen sich kurze, knackige Arbeitseinheiten wunderbar.

So kannst du im schlechtesten Fall auch eine längere Pause einlegen, wenn es mal gar nicht laufen will, weil du so gar keinen Kopf gerade für das Thema hast oder die Kinder einfach nicht mitspielen.

Und sobald sich gerade eine passende Situation ergibt, kannst du sofort wieder eine kurze Einheit einschieben.

Sofern es deine Arbeit erlaubt, hat sich im Home-Office mit Kindern als knackige Einheit die Pomodoro-Technik sehr bewährt.

Diese Technik besagt, daß du dir jeweils Intervalle von 25min legst, nach denen du jeweils eine kurze Pause (5min - 10min) machst.

D.h. du stellst dir einen Wecker auf 25min, arbeitest in dieser Zeit an deiner Aufgabe und machst eine kurze Pause von 5min - 10min, sobald der Wecker klingelt. In dieser Pause hast du kurz Zeit für dein Kind, bevor es ins nächste Intervall übergeht.

Nach max. 4 Intervallen (sofern das mit deinem Kind möglich ist) solltest du eine längere Pause einlegen

Was mich persönlich an dieser Technik stört wenn ich OHNE Kind arbeite ist, daß mich der Wecker plötzlich rausreisst, obwohl ich eigentlich gerade tief in meiner Aufgabe versunken bin. Das macht es mir manchmal sogar noch schwerer, meine Aufgabe zu erledigen.

Wenn Kinder in der Nähe sind ist es hingegen gar nicht mal so übel, da die 25min für das Kind gut machbar sind. So ist es wohl ein guter Kompromiss sowohl für das Elternteil, wie auch das Kind.

Nutze Schlafphasen

Auch wenn ich dir hier keine Neuigkeiten erzähle: Nutze definitiv die Schlafphasen deines Kindes so gut wie möglich aus. Wenn dein Kind feste Schlafzeiten hat, dann umso besser. Wenn es keine hat, dann sei spontan!

Zumindest früh morgens oder abends ist das Ganze ja besser planbar, d.h. steh ggf. 2 Stunden vor deinem Kind auf und arbeite ein wenig und mach dann abends nochmal eine Einheit, wenn dein Kind im Bett liegt.

Tipps: Damit es dir früh morgens nicht schon zu stressig wird, bereite am Besten abends schon die Sachen fürs Frühstück vor, welche nicht verderben oder schlecht werden können. So kannst du in der Früh wesentlich entspannter an die Sache rangehen.

Was den Mittagsschlaf betrifft kannst du es deinem Kind ja ein wenig „chillig“ herrichten, z.B. mit Kissen am Boden, gedimmten Licht, etc., falls es normalerweise keinen Mittagsschlaf mehr macht. So hast du auch da noch ein wenig Zeit zum Arbeiten und dein Kind findet es auch noch gemütlich.

Vergiss Perfektionismus

Wenn etwas so was von nicht wichtig ist, dann ist es das Thema Perfektionismus. Und das sage ich nicht nur jetzt in Zeiten von Corona, sondern auch generell, wenn es um das Thema Homeoffice mit Kind geht.

Hier gilt einfach die Regel „es ist alles ok, solange es dazu beiträgt, daß Arbeit und Kind unter einen Hut gebracht werden können“.

Weder wirst du so produktiv sein wie in einem Einzelbüro, du wirst keinen perfekten Haushalt hinbekommen, noch wirst du deine Kinder schulbuchmäßig pädagogisch wertvoll bespaßen können.

MERKE: Egal wie hoch du dir deine Messlatte eigentlich gelegt hast, bring sie bitte - auch wenn es dir schwer fällt - auf ein Niveau herunter, das du unter gegeben Umständen auch erfüllen kannst.

Je älter deine Kinder werden, desto mehr kannst du wieder Wert auf Sauberkeit in der Wohnung legen und desto ungestörter wirst du auch im Homeoffice arbeiten können.

Und bis es soweit ist, verabschiedest du dich bitte erst einmal von jeglichem Perfektionismus.

Arbeite im Team (falls bei dir zutreffend)

Falls du eine(n) PartnerIn hast, könnt ihr euch gegenseitig helfen, indem ihr eure Arbeitszeiten nacheinander bzw. abwechselnd legt. So kann immer 1 Person die Kinder betreuen, während die andere so richtig knackig arbeiten kann.

(Ich muss wohl nicht erwähnen daß es - sofern ihr als Familie nicht eingespielt seid - kein gute Idee ist zu versuchen gleichzeitig zu arbeiten, oder?)

Damit es einfacher für euch wird sprecht euch einfach immer am Abend des Vortages ab, was am nächsten Tag alles anfällt. So vermeidet ihr Überschneidungen eurer Arbeitszeiten und zieht immer an einem Strang.

4) Kinder im Homeoffice unterstützen und beschäftigen

Daß du mit Kindern im Homeoffice niemals so produktiv sein wirst wie wenn du alleine wärst, muss dir klar sein, bevor du dich fürs Homeoffice entscheidest.

Mit Sicherheit hast du zu Hause öfter einmal Gedanken wie „ich wünschte, ich könnte einfach nur einmal für 30min ungestört arbeiten“.

Jedoch ist der größte Fehler den du hier machen kannst - obwohl für jeden von uns nachvollziehbar - daß du deine Kinder als Störung ansiehst.

Deine Kinder sind keine Störung, sie sind deine Lebensaufgabe. Und es ist dein Job es ihnen so einfach wie möglich zu machen, dir bei deiner Homeofficetätigkeit nicht in die Quere zu kommen, ohne dabei stundenlang auf der stillen Treppe ausharren zu müssen.

Nachfolgend 3 Tipps, wie wir das handhaben:

1. Selbständigkeit

Bei uns war das von Anfang an klar, daß wir nicht die Eltern sein können oder wollen, die jede Minute für das Kind da sein werden.

Bitte jetzt nicht falsch verstehen. Weder verwahrlosen unsere Kinder, noch wachsen sie in Einsamkeit auf. Jedoch sind wir als Eltern auch keine Entertainer, die jede Minute nur damit verbringen, die Entertainer für die Zwerge zu spielen.

Unsere Kinder haben so also schon relativ früh gelernt, daß wenn Mama und Papa keine Zeit haben es nur die Alternativen „totale Langeweile“ oder „ich muss mir selbst eine Beschäftigung suchen“ gibt.

Damit daraus kein Drama wird, musst du deine Wohnung natürlich kindersicher machen. Vor allem, um ausschließen zu können, daß es größere Verletzungen gibt.

Ansonsten erkundet auch die 1-jährige gerne schon einmal alleine die Wohnung, sucht sich eine Beschäftigung und kommt nach einiger Zeit erst wieder angekrabbelt.

Je älter die Kinder werden, desto mehr Aufgaben kann man ihnen auch schon übertragen. Wäsche aus der Waschmaschine nehmen, Tisch decken, Geschirrspüler einräumen, etc.

Je besser es die Kinder gewöhnt sind, daß sie selbständig Aufgaben erledigen und sich dabei auch durch eigene Ideeneinbringung entfalten dürfen, desto weniger werden die Eltern als Entertainer benötigt und desto besser klappt das mit dem Homeoffice.

2. iPad/ TV

In unserer Familie war es noch nie ein Thema, den Kindern den Zugang zu digitalen Inhalten und Geräten zu verwehren.

Zum einen ermöglichen uns diese Hilfsmittel eine „Auszeit“ von den Kindern und ermöglichen uns dadurch so arbeiten zu können, wie wir das als Eltern und Unternehmer eben müssen. Zum anderen spielen technische Geräte in unserem Leben eine derart große Rolle, daß wir sogar wollen, daß unsere Kinder so früh wie möglich damit umgehen lernen.

Natürlich verstehen wir Eltern, die Angst davor haben, die Kinder vor stumpfsinnigen Inhalten zu „parken“. Jedoch gibt es ebenso viele Inhalte die bilden und zum Aktiv- und Kreativ sein anregen.

Ich glaube wir als Eltern können gar nicht verhindern, daß diese digitale Welt wohl eher früher als später in das Leben unserer Kinder einzieht. Wir können es vielleicht rauszögern, aber meines Erachtens schürt das das Interesse daran nur noch umso mehr.

Letztendlich können wir nur bestmöglich versuchen den Umgang damit zu lehren und so gut es geht die Richtung vorzugeben (vor allem in jungen Jahren).

Für uns gibt es hier 3 wichtige Faktoren:

  • kein Geschrei, wenn die Kiste ausgeschaltet werden muss

    Bei uns gilt immer die Regel „wenn wir sagen daß jetzt Schluß ist, dann ist auch Schluß“. Klappt nicht immer ohne murren und knurren, aber unsere Kinder wissen, daß wir da sehr konsequent sind und es auch wenig nützt, groß rumzumotzen.
  • Spaß am „normalen“ Spielen

    Es ist uns wichtig zu sehen, daß die Lust am „normalen" Spielen immer noch da ist. Würden wir bemerken, daß unsere Kinder nichts mehr mit sich anzufangen wüssten, wenn das IPAd oder der Tv mal aus ist, dann würden wir den Umgang mit digitalen Medien evtl. auch kritischer sehen und Umfang der Nutzung überdenken.
  • Zeit an der frischen Luft

    Durch unsere Hunde gehen wir täglich bei jedem Wetter 10km Gassi (die 1jährige in der Trage und die 4jährige zu Fuß). Da wir das Glück haben auf dem Land zu leben, wird täglich im Wald gespielt und geklettert, also ein gutes Kontrastprogramm zum Bildschirm geboten.

MERKE: Falls du also glaubst ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, weil dein Kind von Zeit zu Zeit zu oft auf den Bildschirm starrt, dann kannst du dir das getrost sparen, sofern du deinem Kind ansonsten genügend frische Luft und Abwechslung bieten kannst.

Arbeit ist nun mal Arbeit und niemand hat behauptet der Spagat zwischen Arbeit und Kind wäre einfach.

Überlege dir viel mehr welche Qualitätszeit du deinem Kind bieten kannst, wenn du fertig bist mit deiner Arbeit.

3. Spiel: Keine Regeln

Wenn ich im Homeoffice schon keine Zeit für meine Kinder habe, ich aber möchte, daß diese sich für die nächste Stunde selbst beschäftigen, dann gilt für das Spielen auch schon mal das Prinzip: „keine Regel“ (das gilt vor allem in Zeiten, wo es viel mehr Arbeit gibt als Zeit für die Kinder).

Na gut, es gibt 2 kleine Regeln und zwar die „bitte bringt euch nicht um“-Regel und „kein Vandalismus“-Regel. Aber ansonsten ist alles erlaubt, was das Kinderherz begehrt.

Es kann zwar passieren, daß danach alles aussieht wie S.. , aber das ist ein Preis den ich gerne zahle, wenn ich dafür in Ruhe arbeiten kann. Schließlich kann man später gemeinsam wieder aufräumen und hat glückliche Kinder, die auch mal die Sau rauslassen dürfen, wenn Papa oder Mama schon keine Zeit für sie haben.

Fazit:

Es ist nie das Gleiche im Homeoffice mit Kindern zu arbeiten, als den ganzen Tag auf Arbeit im Büro zu verbringen.

Alleine und ungestört vor sich hinarbeiten zu können ist nun mal wesentlich produktiver, als die Chance auf minütliche Ablenkung durch die Familie.

Für uns ist es aber der Alltag und auch wenn man Dank der Kids manchmal kurz verzweifeln oder explodieren möchte, so kann man es sich mit (guter) Vorbereitung meist so legen, daß man auch im Homeoffice gut um die Runden kommt.

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