Bereitschaft zur Veränderung im Familienalltag

Wenn du Zeitdruck, Stress und Hektik in deinem (Familien-)Alltag Paroli bieten willst, dann gibt es nur eine Sache, die du unbedingt erfüllen musst. Etwas, das Grundvoraussetzung dafür ist, deinem Leben eine neue Richtung zu geben:

! Deine Bereitschaft zur Veränderung !

Wir können uns ansonsten stundenlang darüber unterhalten, welche Methoden & Systeme für dich geeignet wären, mehr Ruhe & Gelassenheit in dein Leben einkehren zu lassen.

Wenn du insgeheim aber eigentlich gar nichts ändern willst, dann wirst du auch weiterhin schlechte Karten haben, daß sich etwas an deiner Situation ändern wird.

Bereitschaft zur Veränderung

Aber hör dir einfach folgende geschichte an

In einem meiner letzten Kundengespräche sprach ich mit einer Frau über all die Dinge, welche in Ihrem Alltag zu Zeitdruck und Stress führen.


Wie es im Familienalltag nun einmal ist, sind das auch meist eher kleine, unscheinbaren Dinge: hier das Geschirr, dort die Wäsche. Also alles Dinge, die einzeln relativ zügig abzuarbeiten sind, aber in der Summe einfach ziemlich viel Zeit in Anspruch nehmen.

Und genau das Thema Wäsche war auch der Knackpunkt des Gesprächs.


Sie hatte das Gefühl, täglich unter endlosen Wäschebergen zu versinken und nichts anderes mehr zu tun, als Wäsche zu waschen und zu bügeln.


Nichtsdestotrotz war sie aber - obwohl bei anderen Themen noch relativ aufgeschlossen gegenüber Veränderungen - hier zu keinerlei Veränderung der Abläufe bereit. Nicht einmal um einen kleinen Schritt in eine andere Richtung.


Ich hatte vorgeschlagen, es könnten sich doch auch andere Familienmitglieder (u.a. der Mann) an der Wäsche beteiligen, aber da bin ich auf sehr taube Ohren gestoßen.

Sie ist nun einmal zuständig für die Wäsche und muss dafür sorgen, daß immer frische Wäsche im Schrank liegt.

Die Begründung: „MEIN MANN WILL DAS SO!

Leider kommt das nicht selten vor

Ich dachte ja zuerst daran, daß es eventuell irgendeinen „wichtigen“ Grund dafür geben könnte. Vielleicht Schichtdienst oder irgendetwas in der Art.


Aber nein, weit gefehlt. Er WILL es so, weil er es eben einfach so WILL.


Und wahrscheinlich auch, weil ihre Bereitschaft zur Veränderung gegenüber ihrem Mann so gering ist, daß er es eben kann.

Ich hatte das Gespräch nach Beendigung noch deshalb so lange im Hinterkopf, weil die Dame eher zu der stark belasteten Kategorie gehört(e).


Sie marschiert regelmäßig Hand in Hand mit ihrer Belastungsgrenze durchs Leben und hofft sehnlichst auf eine Erleichterung von Zeitdruck und Stress.


Gleichzeitig unternimmt sie aber anscheinend alles dafür, daß dies ja nicht eintritt.


(Die Wäsche in diesem Beispiel steht exemplarisch für all jene Dinge, die wir täglich machen, obwohl wir wissen, daß wir diese besser lassen sollten. Schlimmer noch: Es müsste heißen "lassen könnten", da es Dinge sind, die wir nur delegieren bräuchten)

Grundsätzlich stelle ich in meinen Gesprächen folgende Faktoren fest, welche die Bereitschaft zur Veränderung unserer Kunden sabotieren oder sogar ganz verhindern:

Veränderung ist anstrengend

Es hat niemand behauptet, daß es leicht ist, aus seinem gewohnten Alltag auszubrechen (wobei ausbrechen hier das falsche Wort ist).


Es hat aber auch niemand behauptet, daß man schlagartig alles auf den Kopf stellen muss.


Je kleiner die Schritte der Veränderung sind, desto eher wird man diese auch langfristig gehen. Es nützt schließlich niemandem, wenn die Bereitschaft zur Veränderung nach 7 - 21 Tagen plötzlich wieder ganz verflogen ist.


Zur Info: 7-21 Tage sind der übliche Zeitraum, nach dem der innere Widerstand einen wieder in alte Muster zurücktreibt.

Unser Tipp: Pack erst die kleinen, unscheinbaren Dinge in deinem Leben an. Diese lassen sich meist schnell ändern und bringen dich in Schwung für die größeren Dinge.

Meine Bereitschaft zur Veränderung zieht möglicherweise negative Konsequenzen nach sich

Im Beispielfall ergab sich ein Streit der Eheleute, als das Thema einmal angesprochen wurde.

Aber liegt das Problem hier nicht eher an der Kommunikation, als an der Veränderung an sich?


Ich würde sagen: KEINE Veränderung herbeizuführen und mit den physischen und psychischen Konsequenzen von Zeitdruck, Stress und Hektik leben zu müssen wiegen doch wohl schwerer, als der Wunsch einzelner Familienmitglieder („mein Mann möchte das so“).

Unser Tipp: Niemand sollte die Bedürfnisse Anderer über die eigene Gesundheit stellen. Horche immer erst in dich hinein, wie du dich dabei fühlst. Auf einen Punkt hinzuarbeiten, an dem du umgangssprachlich "total am Ende bist", bringt weder dir, noch deiner Familie etwas.

Veränderung verhindert die Selbstdarstellung in der Opferrolle

Spätestens aus der Facebook-Timeline kennen wir doch alle Menschen in der Opferrolle.


Sie reden ständig nur darüber, wie schlecht es ihnen geht, was ihnen Schlechtes widerfahren ist und wie viel sie doch erdulden und ertragen müssen.


U.a. durch Facebook haben wir auch gelernt, daß solche Menschen die meiste Aufmerksamkeit bekommen, v.a. da sich negative Geschichten auch viel besser anhören, als wenn man täglich schreiben würde: ich bin happy, mir geht es gut.


Ja ich weiß, jeder Mensch geht hin und wieder in die Opferrolle. Es ist halt auch viel einfacher, so lange zu jammern, zu schreien und zu weinen, bis irgendjemand darauf aufmerksam wird und uns (hoffentlich) aus der Patsche hilft, OHNE daß ich selber etwas dafür tun muss.


(Ich beziehe mich hier explizit auf Menschen, die sehr wohl in der Lage wären, an ihrer Situation etwas zu ändern, es aber vorziehen, sich selber in der Opferrolle darzustellen)

Unser Tipp: Wähle den schwierigeren Weg, verlasse deine "Opferrolle" und werde selbst aktiv. Wenn man etwas von wirklich erfolgreichen und glücklichen Menschen lernen kann, dann daß sie allesamt zum Kapitän ihres eigenen Schiffes geworden sind und Verantwortung für ihr Schicksal übernommen haben.

​Man kann einfach nicht alles ändern

Stimmt, zumindest teilweise.


ABER: wenn ich schon die Sache an sich nicht ändern kann, dann habe ich immer noch die Möglichkeit, diese zumindest zu akzeptieren, zu lernen damit klarzukommen oder meine Einstellung zu der Sache zu verändern.


Wenn ich z.B. schon die Tatsache nicht ändern will, daß ich allein für die Wäsche verantwortlich bin, OBWOHL mich das stresst, dann könnte ich zumindest versuchen meine Perspektive darauf positiv zu verändern.


Wie? Indem ich dann nicht die Wäsche in den Vordergrund stelle, sondern die Tatsache, daß ich meinem Mann damit etwas Gutes tue.

Unser Tipp: Lebe so gut es geht nach der 2er Regel: "Kannst du etwas ändern, dann tu es. Kannst du nichts daran ändern, dann akzeptiere, daß es eben so ist wie es ist".

Jetzt bist du gefragt

Ich würde liebend gern deine Meinung zu dem Thema hören!


Ist deine Bereitschaft Veränderungen herbeizuführen generell eher hoch oder gibt es auch bei dir Faktoren, die deine Veränderung sabotieren?

>